Wasserwandern im Spreewald
Der Spreewald ist ein sehr weitläufiges, bis zu 300 Quadratkilometer großes Gebiet im Bundesland Brandenburg nördlich von Cottbus. Hier finden wir eine äußerst flache Form der Landschaft vor mit einem sehr geringen Gefälle, das die Spree nicht in ihr Bett zwingt, sondern es ihr erlaubt, sich zu verzweigen und ein Binnendelta zu bilden. Dieses Binnendelta hat bis zu 300 natürliche und künstliche Wasserarme. Es ist sehr lohnenswert und erholsam, im Spreewald mit dem Kanu eine Wasserwandertour zu unternehmen, die sich auch über mehrere Tage hinziehen kann, denn an einem Tag lässt sich der Spreewald unmöglich erkunden. Obwohl die Strömung nicht sehr stark und in manchen Abschnitten kaum zu spüren ist, scheint es ratsam, die Route flussabwärts zu wählen.
So kann man zum Beispiel in Cottbus an der Spreewehrmühle starten und hier die noch deutlich spürbare Strömung nutzen, um zügig auf der Hauptspree bis nach Burg zu gelangen. Kurz vor Burg beginnt der eigentliche Spreewald und man kann die Ortsteile Burg Kolonie und Burg Kauper erkunden. Im Spreewaldhotel Zur Bleiche findet man gute und preiswerte Zimmer für die Nacht. Von Burg aus wird man anderen Tages das mitten im Spreewald gelegene Dorf Leipe ansteuern. Dazu kann man die Hauptspree nutzen, aber auch in das Innere des Spreewaldes, den Hochwald, vorstoßen. Hier ist dieser urwüchsig und und verschlungen und man kann sich leicht verirren. Deshalb ist es immer ratsam, eine Wasserwanderkarte mit sich zu führen. In Leipe gibt es einen Campingplatz, auf welchem man sein Zelt für die Nacht aufschlagen kann.
Als weiteres Ziel bietet sich Lübbenau als “Tor zum Spreewald” an. Dabei wird man mit Lehde ein anderes Spreewalddorf durchfahren. Auf dem Weg von Leipe nach Lübbenau muss man je nach Routenwahl einige Schleusen passieren, die alle noch handbetrieben sind. Das Passieren der Schleusen bedarf einiger Übung, aber sehr oft sind sie mit Schulkindern besetzt, die sich ein paar Cent zu ihrem Taschengeld dazu verdienen möchten. Der geneigte Tourist möge also bitte die eine oder andere Münze auf den Schleusenrand legen. Übernachten kann man in Lübbenau auf dem Campingplatz nahe des Schlossparks. In Lübbenau kann man eigentlich immer etwas erleben und es lohnt sich der Besuch des Hafens, wo häufig folkloristische Darbietungen, wie zum Beispiel die Spreewaldfestspiele, zu erwarten sind.
Von Lübbenau aus wird der Spreewald wieder etwas schmaler und man strebt am besten auf der Hauptspree der kleinen Stadt Lübben zu. Nach Erreichen dieses Etappenortes ist der Oberspreewald bereits durchquert. Diesem schließt sich der Unterspreewald an, der sich über Hartmannsdorf, Schlepzig und Neu Lübbenau bis nach Alt Schadow hinzieht. Für dieses Teilstück wird der Wasserwanderer insgesamt 2 Tage einplanen müssen. Danach hat er aber ein weiteres Stück heimatlicher Landschaft kennen gelernt, sich viel an frischer Luft bewegt und wird mit Sicherheit keine Blasen an den Füßen bekommen haben.