Deutscher Wanderverband
Die vollständige Bezeichnung des Deutschen Wanderverbandes lautet Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine e. V. . Er gründete sich bereits im Jahre 1883 und hat in Kassel seinen Sitz. In ihm sind ca. 600 000 Wanderer organisiert. Unter seinem Dach beherbergt er bundesweit etwa 60 regionale Wandervereine, die ihrerseits wiederum über 3000 Ortsgruppen repräsentieren. Mit dem Deutschen Wandertag wird jährlich im Sommer die Hauptveranstaltung durchgeführt. Abwechselnd findet dieser in verschiedenen deutschen Mittelgebirgen statt und bringt alljährlich um die 30 000 Teilnehmer auf die Beine.
In den zurückliegenden Jahren hat sich die Verbandsarbeit schwerpunktmäßig auf die Erschließung von kulturell und touristisch besonders interessanten umweltverträglichen Fernwanderwegen konzentriert. Anfangs richtete der Verband sein Hauptaugenmerk auf die Organisierung eines Netzes von Unterkünften für Jugendgruppen und Wanderer. Schon Anfang des letzten Jahrhundert konnten bereits knapp 800 Unterkunftshäuser für Jugendgruppen gezählt werden. Richard Schirrmann und Wilhelm Münker waren auf dieser Basis nach dem 1. Weltkrieg die Initiatoren des Deutschen Jugenherbergwerkes. Im Dritten Reich wurde der Verband von den Nazis vereinnahmt und gleichgeschaltet.
Nach dem 2. Weltkrieg gründete sich der Verband im Jahre 1950 neu und 1952 ging aus ihm ein eigenständiger Jugendverband, die Deutsche Wanderjugend, hervor. Im Jahre 1969 gründete sich die Europäische Wandervereinigung, zu deren maßgeblichen Geburtshelfern der Deutsche Wanderverband zu rechnen war. Dem Deutschen Wanderverband fallen in der heutigen Zeit noch andere flankierende Aufgaben zu. So ist er eine anerkannte Naturschutzorganisation und zu Stellungnahmen bezüglich markanter umweltpolitischer Probleme berechtigt. Seit 1989 wurden Bemühungen unternommen, die Wandervereine in der ehemaligen DDR unter einem gemeinsamen Dach zusammen zu fassen, was auch weitgehend gelungen ist.